Blue Fire Megacoaster

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Ganz herzlichen Dank für deine Erläuterungen, @justelex, du scheinst dich mit der Materie ja sehr gut auszukennen! Ich würde mich über einen Post zu der LSM-Technik sehr freuen, hoffentlich geht das anderen hier auch so ;)

      Eine kurze Rückfrage: du schreibst in deinem Post an mehreren Stellen, dass das System gut funktioniert, solange es nicht im "Grenzbereich" betrieben wird - was meinst du damit? Bezieht sich das beispielsweise auf die stündliche Launch-Anzahl, also, dass nur eine gewisse Zahl von Zügen pro Stunde gestartet werden dürfen?
    • Grenzbereiche gibt es da mehrere die kritisch sein können.

      Gemein haben sie alle, das sie meistens auf eine schlechte Auslegung des Antriebssystems zurückzuführen sind. LIM/LSM Systeme sind, wenn sie im Hochleistungsbereich sind, extrem teure Systeme, welche mit zunehmender Größe komplexer und schlechter wartbar werden. Dadurch wird schon bei der Auslegung versucht, die Systeme nicht stärker auszulegen als nötig.


      Die Anzahl der Züge/Zeit die du genannt hast ist sicherlich ein Faktor. Jede Bewegung benötigt einen hohen Strom in den Statoren. Anfahren oder besonders hoch dynamische Bewegungen benötigen mehr Strom als eine Konstantfahrt, wo praktisch nur die Reibungsenergie ausgeglichen werden muss. Hohe Ströme erzeugen Abwärme in den Statoren, während die magnetischen Kräfte und die Wirbelstrombremse das selbe in den Läufern tun.
      Wenn die Elemente nicht genug Kühlung bekommen, z.B. durch Pausen, mit Ventilatoren oder bei Statoren manchmal per Wasseranschluss, erhitzen die sich stark.
      In der Regel wird die Temperatur überwacht und irgendwann ist dann halt eine Störung da und das System wird abgeschaltet.
      Dennoch ist das für die Technik halt nicht gut, wenn sie oft warm wird.


      Ein anderer Grenzbereich ist die Beschleunigung bzw. die zugeführte Leistung. So ein LSM/LIM System hat eine Art Positions/Lageregler.
      Darin hast du eine maximale Beschleunigung und eine Sollposition. Das bedeutet, das du (stark vereinfacht) vorgibst nach X sek muss der Läufer da und nach Y sek da sein. Das nötige Beschleunigen und Bremsen wird dann vom Antriebsregler gemacht. Gerade bei niedrigen Geschwindigkeiten brauchst du sehr viel Energie um die Grundträgheit des mechanischen Systems zu überwinden. Das ist wie beim Auto anschieben, "Wenn es erstmal rollt gehts". (Bis dann bei hohen Geschwindigkeiten die Umagnetisierung im Stator wieder zum Problem wird) Wenn eine anzutreibende Last jetzt schwergängig ist, kann es passieren das das System den Widerstand nicht oer nicht schnell genug überwinden kann. Dann muss mehr Energie aufgewendet werden, um die höhere beschleunigung hinzubekommen. Das ist zwingend notwendig, da man z.B. bei einem Coaster ja am Ende des LSM auch ne gewisse geschwindigkeit haben will. Die zusätzliche Energie kann entweder vorher durch eine größere Auslegung oder durch eine gezielte Überlastung des Systems erreicht werden, wobei man dem Antrieb z.B. erlaubt kurzzeitig bis zu 130% seiner Leistung aufzubringen (Boost). Anschließend muss man dann aber auch eine Abkühlpause einräumen oder den LSM nur schwach belasten, damit sich alles abkühlen kann. Ist Pause nicht lang genug heizt sich alles weiter auf. Fall weder Auslegung noch Boost ausreichen erkennt das System das es die Positionen mit der Max. erlaubten Beschleunigung nicht mehr in Time erreicht und bricht die Positionierungsfahrt mit einem Fehler ab.

      Passiert es nun häufig, das der Antrieb im oberen Leistungsbereich oder im Boost ist, erhitzen sich die Statoren und Läufer stark. Ab 40-45 grad beginnen die Statoren vorrübergehend Leistung zu verlieren, das können im Betriebsbereich, bis ca 75-80 grad Statortemperatur schonmal 20-30% sein. (Nur so ungefähr aus nem Datenblatt für nen kleineren 2kg schweren LSM) Ab ca 70 Grad Läufertemperatur beginnen die Neodym Permanentmagneten sich langsam dauerhaft zu entmagnetisieren, wodurch dann in Zukunft weniger Leistung bereitsteht, die Permanentmagneten müssten dann ab einem gewissen Punkt getauscht werden.


      Das passiert aber eigentlich nur wenn du das LSM System sehr hoch belastest und er eigentlich schon weit im Überlastbereich ist. Das oben geschriebene bezieht sich erstmal mehr oder weniger auf alle LSM Antriebe und teilweise auf LIMs, nicht nur speziell bei Coastern. Coaster haben den Vorteil, das die Statoren zwischen den Starts und die Läufer am Wagen sehr gute Möglichkeiten zur Kühlung bieten. Die Statoren werden ja nicht dauerhaft genutzt sondern nur zum Start, in Fräsen oder Industrieanlagen befindet sich der läufer oft immer im Stator und wird dauerhaft Lagegeregelt also bewegt. Das selbe gilt auch für die Läufer, die ja allerdings auch zum Wirbelstrombremsen genutzt werden und sich dabei sicherlich auch nochmal aufheizen. Dem entgegen steht, das bei so einer Coasterfahr sicherlich auch genügend Kühle Luft um die Platten ist. Man kann sowas dann auch z.B. in der Station mit Ventilatoren anpusten. Die Pausen zum Be und Entladen der Wagen bringen dann Zeit zum Abkühlen durch Umgebungsluft oder eine Zwangskühlung.



      Prinzipiell ist es aber so, das nur wenige Firmen überhaupt LSM in der Leistungsklasse eines Coasters bauen. Die Bauen die allerdings häufiger, und wissen in der Regel was sie bei der Auslegung tun. Kommen da keine unerwarteten Dinge dazu, sollte das meiste vom oben geschriebenen kein Problem sein. Ausgenommen bei extrem kalten oder warmen Temperaturen.


      Ich hoffe, es ist einigermaßen klar geworden was ich meine. Leider ist das alles ein komplexes Thema und ich habe sicherlich einiges deutlich vereinfacht dargestellt, nehmt mir die Ungenauigkeiten bitte nicht übel ;)
    • Voletarium schrieb:

      Kannst du mir, wenn du dich damit gut auskennst, die Unterschiede zwischen den Statoren von Mack und Intamin erklären. Es gibt leider so viele Leute die meinen, das von Mack ist der absolute Schwachsinn und die von Intamin sind die besten überhaupt.
      Allein der Ausdruck "Von Mack" lässt schonmal vermuten, dass derjenige nicht besonders viel Ahnung hat und einfach mal wieder PHl vs EP spielen will, denn tatsächlich verbaut Intamin Antriebe der schweizer Firma Indrivetec (indrivetec.ch/), während Mack und die meisten anderen Hersteller (Gerstlauer, Premiererides, B&M, Zierer) auf den Zulieferer Intrasys asu München (intrasys-gmbh.com/) zurückgreifen. Somit hat es nicht unbedingt etwas mit dem Hersteller der Strecke zu tun, wie stark oder schwach der Launch ausfällt, sondern vielmehr mit deren Zulieferern und in letzter Instanz natürlich auch den Kundenwünschen.
    • @Voletarium Ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung. Weder habe ich mich mit diesen Herstellern befasst noch mit dem was "Einen LSM für Coaster gut machr". Es gab in den letzten Jahren da viele Entwicklungen und Leistungsgewinne. Du kannst da viele Dinge machen, z.B. auch mal 2 LSM gleichzeitig nutzen usw. Daher kann ich zu Herstellern garnix sagen. Sorry.

      @Orici Ich mache Planung und Software für Industrieanlagen und habe LSM Antriebe schon in mehreren Anwendungen eingesetzt. Allerdings in wesentlich kleinerer Ausführung. Meistens unter 10kW, die Probleme sind da allerdings auch die gleichen. Coastersysteme können schnell mal sehr deutlich jenseits der 1000kw Marke sein.

      @ute So ein Ausdruck wie "von Mack" finde ich genau den richtigen. Schließlich bestimmt Mack ja welche Einstellungen/Kräfte/Beschleunigungen nötig sind um die Bahn bis zum ende zu durchfahren. Das hängt stark vom Bahndesigner ab. Wenn ich bei der gleichen Bahn 100 Meter oder 50 Meter LSM einbaue brauche ich halt die doppelte Beschleunigung (und weil da ein paar quadratische Funktionen Reinspielen den 4 fachen Strom) um den höchsten Punkt mit der notwendigen Geschwindigkeit zu erreichen. Das kann bedeuten, wenn am Aufstellort das Stromnetz begrenzt ist muss ich dann auch für Puffer sorgen usw. Die Betriebskosten erhöhen sich usw usw. Das liegt also schon stark am Anlagenhersteller. Der ist ja auch nachher für das stimmige Fahrgefühl, Funktionssicherheit und die Betriebs/Energiekosten verantwortlich.
    • Ich kann nur sagen, dass der Launch nicht bei allen Herstellern so gut funktioniert wie bei Mack. In einem bayerischen Freizeitpark will man eigentlich mehrere Fahrten hintereinander auf der Bahn machen. Allerdings steht die Bahn still wenn man dies macht, denn danach müssen die LSM Module erstmal mit nem riesigen Lüfter per Hand abgekühlt werden. Selbst gesehen. Sogar bei der Jungfernfahrt. :D Das erste und letzte Mal wo ich auf der Bahn 2 Runden nacheinander ohne Unterbrechung fahren konnte.
    • BlueFire hatte heute ab ca. 18:00 Uhr größere technische Probleme. Mehrmals blieben Züge auf der Launchstrecke „hängen“, außerdem gab es Rollbacks, weil der Zug zu langsam aus dem Launch kam und die erste Steigung nicht überwunden konnte.

      Vermutlich gab es Probleme mit den Statoren, die zwischendurch auch von den Technikern kurz begutachtet wurden. Hoffentlich läuft die Anlage morgen!
    • Ich war auch in nem Zug der zurückrolte heute gegen 14:00. So extrem war es aber nicht. Sanft nach unten mit ner sanften Bremse. Dann blieb der Zug ein paar Minuten auf dem Launch und wurde dann zurückgezogen. Und dan gabs einen Überraschungslaunch ohne Ankündigung. War noch toll.

      Was noch viel extremer war war mal dir Rückfahrt auf der Red Force im Ferrari World Spanien. Der Wagen war ffast auf der höchdten stelle und es ging senkrecht voller Geschwindigkeit hinunter. Dachte er fährt in den Bahnhof War aber kurz vorher zum stehen gekommen und musste vom Personal im den Bahnhof gezogen werden.
      Der Europa-Park ist mein Lieblingsfreizeitpark. Ich bin mit Ihm gross geworden und habe bestimmt schon über 100 Besuche. :)

      Besuche meine Webseite achterbahnwissen.ch. Auf der findest du ganz viele Informationen zu Achterbahnen und Freizeitparks.